10 lustige Fakten über Bier
Diese frühen Biere waren als Gruitbier bekannt. Die Brauer kauften eine Kräutermischung – Gruit – bei einem örtlichen Gruithaus und verwendeten sie, um ihrem Bier Geschmack zu verleihen.
Das Brauen fand meist zu Hause statt und wurde oft von Frauen übernommen, während die Männer auswärts arbeiteten. Das Gruit-Bier spielte eine entscheidende Rolle bei der Prägung der frühen niederländischen Bierkultur.
Um das Jahr 1300 wurde Hopfen aus norddeutschen Städten eingeführt. In einigen Biersorten ersetzte Hopfen das Gruit vollständig und verlieh ihnen eine angenehme Bitterkeit und – was entscheidend war – eine deutlich längere Haltbarkeit.
Die Idee erwies sich als so erfolgreich, dass britische Brauer später ebenfalls auf Hopfen umstiegen, nachdem sie von niederländischen Brauern davon erfahren hatten. Ein stiller, aber bedeutender Moment in der europäischen Biergeschichte.
Im 14. Jahrhundert gewann das Kuit-Bier (auch als Koyt bekannt) an Bedeutung.
Kuit ist ein obergäriges, leicht trübes Bier, gebraut aus:
Mindestens 45 % heller Hafer
Etwa 20 % Weizen
Dadurch unterschied es sich deutlich von den heutigen, überwiegend aus Gerste hergestellten Bieren. Das niederländische Kuitbier entwickelte sich im 15. und 16. Jahrhundert zu einem wichtigen Exportgut und wurde in ganz Deutschland, Nordfrankreich und England gerne getrunken.
Wissenswertes: Niederländische Nachnamen wie Hoppenbrouwer und Kuitenbrouwer gibt es auch heute noch und sie verweisen auf diese historischen Biersorten.
Die moderne niederländische Bierlandschaft begann sich Mitte der 1980er Jahre zu wandeln, als die Brauereien begannen, sich stärker auf Spezialbiere statt nur auf Lagerbier zu konzentrieren.
Dies fiel mit der weltweiten Craft-Beer-Revolution zusammen, die in den Vereinigten Staaten nach der Legalisierung des Heimbrauens ihren Anfang nahm. Inspiriert von neuen Geschmacksrichtungen und Sorten begannen die Brauer, über die gängigen Lagerbiere hinaus zu experimentieren.
In den Niederlanden ließen sich die Brauer von Belgien inspirieren und belebten traditionelle Biersorten wieder. Gleichzeitig wurde der Verbraucherverband PINT gegründet, um die niederländische Bierkultur zu fördern.
Heute gibt es in den Niederlanden über 780 registrierte Brauereien – darunter viele sogenannte „Gypsy“-Brauereien oder Brauereien, die Braurechte mieten –, die eine unglaublich vielfältige Auswahl an Bieren aus dem gesamten Geschmacksspektrum herstellen.
Niederländische Brauer greifen zunehmend auf historische Bierstile zurück. Ein herausragendes Beispiel ist das Jopen Koyt, das nach einem Rezept aus dem Jahr 1407 gebraut wurde, um das 750-jährige Jubiläum von Haarlem zu feiern – eine moderne Hommage an die alte niederländische Brautradition.
Das niederländische Witbier, auch Weißbier genannt, wird aus ungemälztem Weizen gebraut und enthält oft Koriander und Orangenschalen – ein deutlicher Verweis auf die Gruit-Tradition.
Das sind folgende Biere:
Leicht, frisch und aromatisch
Voller Zitrus- und Vanillenoten
Eine ausgewogene Mischung aus süß und sauer
Zu den bekannten Beispielen gehören:
IJwit (Brouwerij ’t IJ) – vollmundiger mit 6,5 %
Zonnig Zeewit (von Frauen gebraut) – mit 3,8 % etwas leichter
Lowlander White – ein erfrischender Sommerfavorit
Obwohl Witbier ursprünglich aus Belgien stammt, wurde es von niederländischen Brauereien begeistert aufgenommen und neu interpretiert.
Man kann nicht über niederländische Biere sprechen, ohne das Bockbier zu erwähnen – auch wenn diese Biersorte ursprünglich aus Deutschland stammt.
Niederländische Bockbiere sind saisonale Biere und kommen zweimal im Jahr auf den Markt:
Lentebok – leichter, hopfiger und frühlingshaft
Herfstbok – dunkel, malzig und voller herbstlicher Aromen wie Röstnoten und Nüsse
Neugierig geworden? Mehr dazu unter „Was ist Bockbier?“
Auch wenn die Niederlande nicht immer als klassisches Bierland gelten, sind dort einige der größten Biermarken der Welt beheimatet.
Zu den wichtigsten niederländischen Biermarken gehören:
Heineken
Amstel
Marke
Hertog Jan
Gulpener
Bayern
Grolsch
Ohne Heineken ist kein Überblick über niederländisches Bier vollständig. Die 1873 gegründete, ikonische grüne Flasche wird heute in über 70 Ländern gebraut – aber sie ist nur ein Teil einer viel größeren niederländischen Biergeschichte.
Niederländisches Craft-Bier ist eher für seine Experimentierfreudigkeit als für strenge Tradition bekannt. IPAs sind zwar beliebt, doch niederländische Brauer zeichnen sich auch durch folgende Sorten aus:
Blondinen
Stouts
Triple
Fassgereifte Biere
Zu den bekannten Namen niederländischer Brauereien gehören:
Brauerei ’t IJ
Jopen
Texeler
Uiltje
Ödipus
Kees
Noordt
De Molen
Gemeinsam zeigen sie die Vielfalt und Kreativität der Biere aus den Niederlanden.
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Von mittelalterlichen Gruit-Bieren bis hin zu modernen experimentellen Bieren erzählen niederländische Biere eine Geschichte von Anpassung, Einfluss und Innovation. Ganz gleich, ob Sie globale Marken oder kleine Craft-Brauereien entdecken – die Niederlande sind nach wie vor ein dynamisches und spannendes Bierland.