Leichte Biere für den Sommer
Die Tschechische Republik hat den weltweit höchsten Pro-Kopf-Bierkonsum, und sobald man versteht, was tschechisches Pilsner ist, ergibt diese Statistik vollkommen Sinn. Tschechische Lagerbiere sind nicht die wässrigen Imitate, die manchmal den globalen Biermarkt dominieren. Echtes Bier nach böhmischer Pilsner-Art ist ausgewogen, präzise und tief in der Brautradition verwurzelt.
Von Budvar bis Pilsner Urquell – tschechisches Lagerbier ist einer der reinsten Ausdrucksformen der Braukunst.
Was ist tschechisches Pils eigentlich genau?
Das tschechische Pilsner, auch als „světlý ležák“ (was so viel wie „helles Lagerbier“ bedeutet) bekannt, zeichnet sich durch folgende Merkmale aus:
Sanfte Süße mährischen Malzes
Edler Saazer Hopfen
Mittlerer Körper mit rundem Mundgefühl
Frische Bitterkeit und lang anhaltender, trockener Abgang
Im Gegensatz zu modernen Bieren mit kräftiger Hopfennote steht beim tschechischen Pils die Harmonie im Vordergrund. Die Süße des Malzes und die kräuterartige Frische des Saazer Hopfens ergänzen sich, anstatt miteinander zu konkurrieren.
Richtig gebraut gehört das Bier nach böhmischer Pilsner-Art zu den technisch anspruchsvollsten Biersorten der Welt. Hier lassen sich Mängel nirgends verbergen – die Ausgewogenheit ist entscheidend.
Wer sich ernsthaft für die besten tschechischen Lagerbiere interessiert, sollte Budvar (Budějovický Budvar) probieren.
Das in České Budějovice in Südböhmen gebraute Budvar zeichnet sich aus durch:
Die Süße von frischem Getreide
Kräuter-Hopfen-Aroma
Elegante Trockenheit
Ein knackiger, erfrischender Abgang
Es ist ein Bier, das man eher großzügig als zurückhaltend genießen sollte – strukturiert genug, um es zu schätzen, und erfrischend genug für einen weiteren Schluck.
Wenn eine Reise nach Tschechien noch nicht in Aussicht steht, ist das Öffnen einer Flasche Budvar die nächstbeste Alternative.
Man kann nicht über tschechisches Lagerbier sprechen, ohne sich mit der Geschichte von Pilsner Urquell auseinanderzusetzen.
Im Jahr 1842 kreierte der bayerische Brauer Josef Groll in Pilsen das weltweit erste goldene Lagerbier. Bis dahin waren die meisten Biere dunkel und von uneinheitlicher Qualität. Seine neue Methode (helles Malz, weiches Wasser und Saazer Hopfen) brachte ein glänzendes, klares, goldenes Bier hervor, wie es zuvor noch niemand gesehen hatte.
Dieses Bier wurde zum Vorbild für Lagerbiere auf der ganzen Welt.
Ein Besuch der Pilsner Urquell-Brauerei ist heute wie eine Reise in die Geschichte des Bieres: mit ihren Sandsteinkellern aus dem 19. Jahrhundert, neun Kilometern unterirdischer Stollen und traditionellen Lagertechniken, die bis heute gepflegt werden.
Im Glas erwarten Sie ein sanftes Malzaroma, harzige Noten von Edelhopfen, ein abgerundeter Geschmack und ein klarer, trockener Abgang
Nur wenige Biere haben die weltweite Braukunst so geprägt wie Pilsner Urquell.
Die Weltmeister im Biertrinken sind die Tschechen mit 145 Litern pro Jahr und Kopf. Zu den beliebten und meistverkauften Biermarken zählen Krušovice, Starobrno, Březňák, Zlatopramen, Gambrinus, Velkopopovický Kozel, Radegast, Staropramen, Budvar und natürlich Pilsner Urquell.
In der heutigen Zeit der dreifach trockenhopfen-veredelten IPAs und Pastry Stouts übersieht man leicht die Feinheiten des tschechischen Lagerbiers. Doch Bier im böhmischen Pilsner-Stil zeugt von handwerklicher Meisterschaft. Es ist leicht, ein Bier mit Hopfen zu überladen. Weitaus schwieriger ist es, etwas Zurückhaltendes, Ausgewogenes und unendlich Trinkbares zu brauen.
Tschechisches Lagerbier ist der Beweis dafür, dass Raffinesse über Maßlosigkeit siegt.
Prost!