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Dosenbier oder Flaschenbier: Was ist besser? Dosenbier oder Flaschenbier: Was ist besser?

Dosenbier oder Flaschenbier: Was ist besser?

Dosenbier entwickelt sich rasch zur ersten Wahl für Craft-Brauereien. Doch wie wirken sich Dosen auf den Geschmack von Bier aus? Finden Sie heraus, wie sie im Vergleich zu Flaschen abschneiden!

Die Craft-Beer-Revolution überrascht immer wieder aufs Neue. Hopfenbetonte, bittere Biere sind wieder im Kommen, Brauer experimentieren mit Hefe und Malz, und sogar Hafer und alte Getreidesorten rücken neben Gerste, Weizen und Roggen in den Mittelpunkt.

Aber nicht nur das Bier selbst verändert sich. Auch die Verpackung hat sich weiterentwickelt – vor allem durch das Comeback des Dosenbiers. Das wirft die Frage auf, die sich viele Bierliebhaber nach wie vor stellen: Ist Flaschenbier besser als Dosenbier, oder hat sich die Dose nun endgültig durchgesetzt?

Bier aus der Dose oder aus der Flasche: Hat das Einfluss auf den Geschmack?

Jahrelang standen viele Biertrinker Bier aus der Dose skeptisch gegenüber. Diese Zurückhaltung war durchaus berechtigt. Frühe Dosen waren unbehandelt, und das Metall konnte den Geschmack beeinträchtigen. Wer sich an alte Konserven erinnert, kennt sicherlich diesen unangenehmen metallischen Geschmack.

Zum Glück sind diese Zeiten längst vorbei. Moderne Dosen sind mit Schutzbeschichtungen versehen, die verhindern, dass das Bier mit Metall in Berührung kommt. Heute schmeckt Dosenbier nicht mehr metallisch. Und das schon seit Jahrzehnten.

Ein weiterer Faktor, der die Wahrnehmung prägte, war der Aufstieg billiger, hochprozentiger Lagerbiere, die in großen Dosen verkauft wurden. Das weckte bei manchen Konsumenten negative Assoziationen, hatte aber nichts mit der Verpackung selbst zu tun.

Warum Dosenbier oft besser ist als Flaschenbier

Wenn es um den Schutz von Bier geht, bieten Dosen einige entscheidende Vorteile. Tatsächlich gibt es aus technischer Sicht keine bessere Verpackung für Bier als eine Dose.

Hier ist der Grund, warum es einen Unterschied zwischen Dosen- und Flaschenbier gibt:

  • Lichtschutz
    Bier verträgt sich schlecht mit Licht, insbesondere mit UV-Strahlen, die mit dem Hopfen reagieren und unangenehme Schwefelaromen hervorrufen können. Dosen sind zu 100 % lichtundurchlässig, während Flaschen – selbst braune – weniger Schutz bieten.

  • Sauerstoffkontroll
    Durch den Kontakt mit Sauerstoff oxidiert Bier, was zu einem abgestandenen Geruch führt, der oft mit nasser Pappe oder Zeitungspapier verglichen wird. Dosen sind vollkommen luftdicht und eignen sich daher hervorragend zur Erhaltung der Frische.


  • zur Temperaturstabilität: Bier schmeckt kalt besser, und biochemische Reaktionen verlangsamen sich bei niedrigeren Temperaturen. Dosen kühlen schneller ab als Glasflaschen, wodurch das Bier länger frisch bleibt.

Wenn es vor allem auf den Erhalt des Geschmacks ankommt, ist Dosenbier dem Flaschenbier eindeutig überlegen.

Reduzieren, wiederverwenden, recyceln: Umweltargumente für Dosen

Die Vorteile beschränken sich nicht nur auf den Geschmack. Auch in Sachen Nachhaltigkeit haben Dosen die Nase vorn.

  • Aluminium kann unbegrenzt recycelt werden

  • Etwa 75 % des gesamten jemals produzierten Aluminiums sind noch im Umlauf

  • Das Recycling von Aluminium verbraucht 95 % weniger Energie als die Herstellung aus Rohmaterial

  • Dosen sind leichter als Glas, was geringere Transportemissionen bedeutet

Von der Herstellung bis zum Recycling hinterlässt Dosenbier einen geringeren ökologischen Fußabdruck als Flaschenbier.

Dosenbier in Großbritannien

Die britischen Brauereien haben sich im Allgemeinen schnell auf Dosen umgestellt. Vielleicht hat eine Nation, die sich gerne von Baked Beans und Tomatensuppe ernährt, nie an der Zweckmäßigkeit von Dosen gezweifelt.

Heute bieten Brauereien wie Beavertown, Fourpure, Wild Beer Co und First Chop eine große Auswahl an Craft-Bieren in Dosen an, die von Lagerbieren bis hin zu hopfenreichen IPAs alles abdeckt.

Dosenbier in Amerika

Bier in Dosen hat seinen Ursprung eigentlich in den USA. Bereits 1909 wurden erste Versuche unternommen, doch die frühen Dosen waren nicht stabil genug und explodierten oft während der Produktion.

Das änderte sich am 24. Januar 1935, als die Brauerei Gottfried Krueger erfolgreich Dosenbier auf den Markt brachte. Zwar gab es jahrzehntelang Probleme mit dem Geschmack, doch die moderne Beschichtungstechnologie löste das Problem schließlich.

Im Jahr 2002 war Oskar Blues die erste Craft-Brauerei, die sich voll und ganz für Dosen einsetzte – ein Schritt, der dazu beitrug, die Meinung in der gesamten Branche zu ändern. Heute werden rund 30 % aller in den USA verkauften Biere in Dosen angeboten.

Dosenbier in Europa

In Europa hat sich der Wandel zwar langsamer vollzogen, doch die Einstellungen ändern sich rasch. Vor allem kleine, unabhängige Brauereien entscheiden sich zunehmend für Dosen statt Flaschen – insbesondere bei aromatischen Biersorten wie Lager, IPA und Weizenbier, bei denen Frische entscheidend ist.

Greg Koch von Stone Brewing kritisierte Oskar Blues bekanntlich dafür, dass sie Dosen verwendeten, musste später jedoch zugeben, dass er sich geirrt hatte. Die Berliner Brauerei von Stone verzichtet mittlerweile gänzlich auf Flaschen.

Anderswo haben Brauereien wie „And Union“ in Deutschland und „Two Chefs Brewing“ in den Niederlanden ihr Sortiment um Dosenbier erweitert und damit bewiesen, dass Qualität und Dosenhand in Hand gehen.

Also… ist Flaschenbier besser als Dosenbier?

Kurz gesagt: Nein.

Zwar hat Flaschenbier nach wie vor seine Berechtigung, insbesondere zum Lagern oder zur Präsentation, doch bietet Dosenbier bei den meisten modernen Biersorten einen besseren Schutz, mehr Nachhaltigkeit und einen frischeren Geschmack.

Wenn es um die Frage „Dose oder Flasche“ geht, sind Dosen längst kein Kompromiss mehr, sondern oft die klügere Wahl.

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