Heineken - 8L BLADE Fass
Wir haben uns schon oft mit IPAs beschäftigt, daher wollen wir die Grundlagen nicht noch einmal wiederholen. Ihr wisst bereits, dass es sich um hopfenbetonte, geschmacksintensive Biere mit einem höheren Alkoholgehalt als bei gewöhnlichem Lagerbier handelt. Doch innerhalb dieser großen, markanten Familie gibt es eine Spaltung, die endlose Debatten auslöst: East vs. West IPA.
Was unterscheidet sie eigentlich? Ist es nur die geografische Lage oder steckt mehr dahinter? Schauen wir uns die Unterschiede zwischen den IPA-Stilen einmal genauer an.
Schnall dich an. Es wird hoppig.
Hätten IPAs eine Persönlichkeit, wären West Coast IPAs die lauten, selbstbewussten unter ihnen. Das klassische Geschmacksprofil eines West Coast IPA zeichnet sich aus durch:
Starker Bittergeschmack
Kiefern- und harziger Hopfencharakter
Frischer, trockener Abgang
Klares Erscheinungsbild
Mäßige Malzbasis
Das sind die Hopfen-Kraftpakete. Die Bitterkeit steht im Mittelpunkt. Das Malz ist zwar vorhanden, dient aber hauptsächlich dazu, den Hopfen zu unterstreichen, statt mit ihm zu konkurrieren. In den 2000er-Jahren und den frühen 2010er-Jahren gab es einen inoffiziellen Wettlauf darum, das hopfenreichste und bitterste IPA zu brauen, das man sich vorstellen kann. West Coast IPAs führten diesen Trend stolz an. Denk an spritzige Grapefruitschale, Kiefernnadeln und einen knackigen Abgang, der dich dazu bringt, immer wieder einen Schluck zu nehmen.
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Begeben wir uns nun quer durch das Land. Die charakteristischen Merkmale eines East Coast IPA sind:
Ausgeprägtere Hopfenaromen
Geringere wahrgenommene Bitterkeit
Fruchtbetonte Aromen
Weicheres Mundgefühl
Oft trübes Aussehen
Anstatt einem gleich ins Gesicht zu schlagen, lassen einen East-Coast-IPAs sanft an die Sache heranwachsen. Sie zeichnen sich meist durch Noten von tropischen Früchten, Zitrusfrüchten und Steinobst aus, während die Bitterkeit eher zurückhaltend ist.
Sie sind weicher, runder und zugänglicher.
New England IPAs (NEIPAs) werden oft in die Debatte um Ost- und Westküsten-IPAs einbezogen. Und das aus gutem Grund. NEIPAs treiben die typischen Merkmale der Ostküste noch weiter auf die Spitze: trübes Aussehen, intensive Aromen tropischer Früchte, geringe Bitterkeit und ein weiches, samtiges Mundgefühl.
Man nennt sie manchmal „Juice Bombs“, und sie haben maßgeblich dazu beigetragen, die aktuellen IPA-Trends neu zu prägen.
Um diesen IPA-Vergleichsleitfaden zu verstehen, muss man sich ansehen, wie die einzelnen Sorten gebraut werden. Sowohl East-Coast- als auch West-Coast-IPAs sind obergärige Ales. Der eigentliche Unterschied liegt in der Art und Weise, wie Hopfen verwendet wird.
Lies unseren Artikel über die Hefegärung, um mehr darüber zu erfahren.
Bei West Coast IPAs werden während des Kochvorgangs große Mengen Hopfen hinzugefügt. Dabei werden durch die Hitze Alphasäuren aus dem Hopfen extrahiert, was die messbare Bitterkeit (IBU) erhöht. Man kann sich das wie das Ziehenlassen von starkem Tee vorstellen. Je länger und heißer gekocht wird, desto mehr Bitterkeit wird extrahiert. So entsteht das klassische, kräftige und spritzige Geschmacksprofil eines West Coast IPA.
IPA-Sorten der Ostküste (insbesondere NEIPAs) setzen stark auf das Dry Hopping. Dry Hopping bedeutet, dass Hopfen während der Gärung oder nach dem Kochen bei kühleren Temperaturen hinzugefügt wird.
Was bewirkt das?
Bewahrt die empfindlichen Hopfenöle
Verstärkt das Aroma
Unterstreicht fruchtige und blumige Noten
Mildert die scharfe Bitterkeit
Manche Brauereien wenden sogar das „Double Dry Hopping“ (DDH) an, wodurch das Aroma intensiviert wird, ohne die Bitterkeit wesentlich zu erhöhen. Diese Technik prägt heute die meisten Merkmale der East-Coast-IPAs.
Es kommt ganz auf den persönlichen Geschmack an. Magst du eine ausgeprägte Bitterkeit, einen klaren Abgang und den klassischen amerikanischen Hopfen-Kick? Dann wähle den westlichen Stil. Bevorzugst du saftige Fruchtnoten, ein weicheres Mundgefühl und eine geringere Bitterkeit? Dann wähle den östlichen Stil. Beide Stile bringen den Hopfen zur Geltung, nur auf ganz unterschiedliche Weise. Das ist das Schöne an der IPA-Familie.
Bei der Debatte um „East vs. West IPA“ geht es nicht darum, welches besser ist, sondern darum, wie sich Hopfen je nach Brautechnik unterschiedlich entfalten kann. Wenn man diese Unterschiede zwischen den IPA-Stilen versteht, bekommt man ein tieferes Verständnis für die Handwerkskunst, die hinter jedem Pint steckt. Und wie lässt sich dieser IPA-Vergleichsleitfaden am besten verstehen?
Probier beides aus. Im direkten Vergleich!