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Das Bier-Geschmacksrad Das Bier-Geschmacksrad

Das Bier-Geschmacksrad

Ein neues Geschmacksrad für Bier! Kennst du das, wenn du ein Bier trinkst und da ist etwas drin, das du nicht so recht zuordnen kannst? Dreh doch mal an unserem Rad!

Was ist das Bier-Geschmacksrad?

Kennst du das, wenn du ein Bier trinkst und da ist etwas drin, das du nicht so recht zuordnen kannst? Ein Aroma, das dir nicht einfallen will? Wir alle kennen diese Frustration, wenn man etwas Vertrautes erkennt, aber einfach nicht die richtigen Worte findet, um den Geschmack zu beschreiben, der einem auf der Zunge liegt!

Oder kennst du das, wenn du ein Bier trinkst und irgendetwas daran ungewöhnlich ist? Du hast das vage Gefühl, dass irgendetwas nicht ganz stimmt. Nur weißt du nicht, was es ist. Du hast versucht, es online nachzuschlagen, stößt dabei aber auf wissenschaftliche Begriffe, die du noch nie gehört hast, nicht verstehst und ganz sicher nicht aussprechen kannst.

Es gibt jedoch etwas, das Ihnen dabei helfen kann: Seit langem gibt es ein Biergeschmacksrad. Dieses etablierte Biergeschmacksrad, das in den 1970er Jahren vom Brauchemiker Dr. Morten Meilgaard eingeführt wurde, ist hervorragend und ein international anerkanntes Hilfsmittel. Auf dem Rad hat jede einzeln identifizierbare Geschmackseigenschaft ihren eigenen Namen; ähnliche Geschmacksrichtungen sind zusammen angeordnet, und es gibt keine doppelten Bezeichnungen für denselben Geschmack. Geschmacksräder stellen nicht nur die im Bier vorkommenden Geschmacksrichtungen grafisch dar, sondern auch die Aromen und das Mundgefühl. Außerdem legen sie eine standardisierte Terminologie fest, um die Beschaffenheit des Bieres zu beschreiben.

Für einen Laien kann das Ganze jedoch etwas zu technisch sein. Es gibt viele Begriffe, die einem als Bierneuling fremd sind, manche sind schwer zu verstehen, und manche klingen seltsam, wie zum Beispiel „esterig“ und „adstringierend“. Außerdem wird nicht erklärt, woher diese Eigenschaften stammen – liegt es am Getreide oder an der Hefe, oder ist beim Brauen etwas schiefgelaufen?

Mark Dredges neues Bierverkostungsrad

Eines Tages beschloss Mark Dredge, das altbewährte Rad neu zu erfinden und zu überarbeiten, wobei er den Stil und die Idee des Vorgängers beibehielt, jedoch mit dem alleinigen Ziel, es einfacher zu gestalten. Anhand der Räder für Whisky, Kaffee und Wein notierte er relevante Begriffe aus der Bierwelt und verschiedene Zutaten. Dies sollte kein Ersatz für das Original sein, sondern etwas Zugänglicheres. Etwas, das alle Biertrinker verstehen konnten. Der Fokus lag auf den spezifischen Zutaten und Herstellungsverfahren von Bier, es wurden Ester und Fehlaromen betrachtet, Mundgefühl, Aroma, Geschmack und das allgemeine Biererlebnis berücksichtigt. Ein Rad, das dem alltäglichen Biertrinker das Vokabular vermitteln sollte, um zu beschreiben, was er erlebt.

Das „neue“ Bier-Aromarad war optisch ansprechend, einfach zu bedienen und farblich intuitiv gestaltet. Kurz gesagt: Es verdeutlichte, was ein Aroma ist und woher es stammen könnte, indem es diese Aromen mit den Faktoren in Verbindung brachte, durch die sie ins Bier gelangen. Alle vier Hauptzutaten sind vertreten: Hopfen, Wasser, Malz und Hefe. Außerdem wird die Gärung behandelt und wie sich diese auf das Bier auswirken kann. Darüber hinaus umfasst es Texturen, Geschmacksnoten, Aromen und Fehlaromen.

Das Bier-Geschmacksrad ist für jeden gedacht, auch wenn es zunächst nur als Einsteigerrad dient, bevor man sich dem wissenschaftlicheren Original zuwendet. Es soll dir die Begriffe liefern, die dir vielleicht schon auf der Zunge liegen, die du aber nicht so recht in Worte fassen kannst. Dreh das Rad doch mal, wenn du das nächste Mal herausfinden möchtest, was du gerade riechst oder schmeckst.

Das Bierverkostungsrad in der Praxis

Westmalle Tripel

Den Anfang macht das Westmale Tripel, das für seine Fruchtaromen und seine angenehme Würze bekannt ist. Das Aroma ist nicht hopfenbetont, vielmehr sollte man auf die fruchtigen Ester achten, bei denen Noten von Banane, Birne, Mandel und phenolischer Nelke zum Vorschein kommen. Das entspricht dem lila-grauen Bereich des Rades. Dann kann man sich den goldenen Bereich ansehen, also die helleren Malzfarben auf dem Rad – Biskuit und Toast und vielleicht etwas Honig.

Der Körper ist alkoholisch-geschmeidig, malzbetont, stark kohlensäurehaltig und endet sehr trocken, wobei neben der würzigen Hefe auch Noten von grasigen, kräuterartigen europäischen Hopfen zum Vorschein kommen.

Lagunitas IPA

Hier steht der Hopfen im Vordergrund, das ist der grüne Bereich. Es handelt sich um ein klassisches West Coast IPA, daher überwiegen amerikanische Hopfenaromen. Das Lagunitas IPA ist bekannt für seine ausgeprägten Kiefernoten, aber man kann auch Kräuter-, Grapefruit- und Zitrusnoten aus den Hopfenarten Cascade, Centennial und Chinook herausschmecken. Die goldene Farbe erhält durch das karamellmalzige Gerstenmalz eine besondere Tiefe. Der dominierende Geschmack ist malzig-biskuitartig und karamellisiert. Das sind die gelb-goldenen Farben auf dem Rad.

Fourpure Last Train Oatmeal Stout

Achten Sie zunächst auf die dunkleren Malzsorten mit Noten von Schokolade, Röstnoten und Kaffee sowie auf die Bitterkeit, die sie mitbringen (eine andere Art von Bitterkeit als die des Hopfens). Dieses Bier wird mit Haferflocken gebraut, was ihm ein weiches, cremiges und geschmeidiges Mundgefühl verleiht. Es hat eine leichte Süße am Gaumen und einen trockenen Abgang.

Warum das Bier-Geschmacksrad für jeden geeignet ist

Beim Bier-Geschmacksrad geht es nicht darum, Bier zu bewerten, sondern darum, es zu verstehen.

Egal, ob Sie sich gerade erst mit Bier beschäftigen oder einfach nur die richtigen Worte für das suchen, was Sie schmecken – das Rad hilft Ihnen dabei, die Aromen zu beschreiben, die Sie ohnehin schon wahrnehmen. Betrachten Sie es als eine Art Training, bei dem Sie gleichzeitig Ihren Gaumen und Ihren Wortschatz schulen.

Probier es doch mal aus, wenn dir das nächste Mal ein Geschmack auf der Zunge liegt.

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