Heineken - 8L BLADE Fass
Bier und Zahlen – das klingt vielleicht nicht nach dem aufregendsten Duo. Aber wenn du ein paar wichtige Bier-Messwerte kennst, kann das deine Art, Bier auszuwählen und zu genießen, komplett umkrempeln. Von Bitterkeit und Alkoholgehalt bis hin zu Farbe und Stärke – diese Zahlen helfen dir, ein Bier zu „lesen“, lange bevor die Flasche oder das Fass geöffnet wird.
In diesem Leitfaden erläutern wir die wichtigsten Bierkennzahlen (IBU, ABV, EBC und Stammwürze) und wie sie Geschmack, Ausgewogenheit und Trinkbarkeit beeinflussen.
IBU steht für „International Bitterness Units“ (internationale Bittereinheiten) und gibt die durch Hopfen verursachte Bitterkeit an. Genauer gesagt spiegelt dieser Wert die Menge an hopfenstammenden Alphasäuren wider, die im Bier enthalten sind.
1 IBU = 1 Milligramm Iso-Alphasäure pro Liter Bier
Es ist wichtig zu beachten, dass IBU die potenzielle Bitterkeit messen. Nicht, wie bitter ein Bier tatsächlich schmeckt.
Zwei Biere mit demselben IBU-Wert können sehr unterschiedlich schmecken. Die wahrgenommene Bitterkeit wird beeinflusst durch:
Kohlensäuregehalt
Alkoholgehalt
Restsüße aus Malz
Biertemperatur
Verwendung von Kräutern oder geröstetem Malz
Deshalb schmeckt ein IPA mit 40 IBU möglicherweise weniger bitter als ein trockenes Pils mit 25 IBU.
Manchmal findet man sogar Biere, die mit über 100 IBU werben. Das ist zwar technisch möglich, doch der menschliche Gaumen hat Schwierigkeiten, Bitterkeit deutlich über 80–100 IBU hinaus wahrzunehmen.
ABV steht für „Alcohol By Volume“ und gibt den Alkoholgehalt eines Bieres in Prozent an.
Die meisten Biere haben einen Alkoholgehalt zwischen 4 % und 10 %, wobei Sorten wie Session Ales einen geringeren Alkoholgehalt aufweisen, während starke belgische Biersorten oder Barley Wines deutlich über 10 % liegen können.
Ein 500-ml-Bier mit 5 % Alkoholgehalt enthält:
25 ml reiner Alkohol
Der Alkoholgehalt wird manchmal mit dem Gewichtsanteil an Alkohol verwechselt, der etwas niedriger ist, da Alkohol leichter ist als Wasser. In Europa und Großbritannien ist der Alkoholgehalt (nach Volumen) der Standard.
Ein höherer Alkoholgehalt bedeutet oft:
Mehr Fülle und Wärme
Stärkere Geschmacksintensität
Langsameres, besinnlicheres Trinken
EBC steht für „European Brewery Convention“ und dient zur Messung der Farbe von Bier. Der Wert wird anhand der Lichtabsorption berechnet und als numerische Skala ausgedrückt.
Der EBC-Wert gibt einen guten Anhaltspunkt für den Malzanteil, doch die Farbe allein bestimmt nicht den Geschmack. Ein Pale Ale kann dennoch bitter und intensiv sein, während ein dunkles Bier mild und süß sein kann.
In den USA wird üblicherweise ein ähnliches System namens SRM (Standard Reference Method) verwendet.
Der Stammwürzegehalt bezeichnet die Konzentration der gelösten Zucker und Feststoffe in der Würze vor der Gärung. Diese Zucker werden später von der Hefe in Alkohol und Kohlensäure umgewandelt.
Die Dichte wird mit der Plato-Skala gemessen.
Höhere Stammwürze = mehr vergärbarer Zucker
Mehr Zucker = höherer potenzieller Alkoholgehalt
Ein höherer Stammwürzegehalt führt oft zu vollmundigeren Bieren
In den Niederlanden bestimmt der Stammwürzegehalt auch die Steuerklassen für Bier, weshalb auf niederländischen Bieretiketten häufig die Bezeichnung „Cat.“ zu finden ist.
Zum Beispiel:
Kategorie 1: 11–15,5° Plato (die meisten Pilsner)
Kategorie S: Über 15,5° Plato (Stark- und Spezialbiere)
Anhand von IBU, ABV, EBC und Stammwürze lässt sich bereits eine fundierte Vorstellung von folgenden Eigenschaften eines Bieres gewinnen:
Bitterkeit
Stärke
Hauptteil
Farbe
Trinkbarkeit
Diese Zahlen verraten dir zwar nicht alles (Hefecharakter, Hopfensorte und Brautechnik sind immer noch super wichtig), aber sie bieten dir eine tolle Grundlage, um Bierstile besser zu verstehen und die richtige Wahl zu treffen.
Klar, das wahre Urteil gibt's immer erst beim ersten Schluck.